>> 1000 TEDDIES PROJECT <<
@ Bast-Art im Sommer 2007
Was dem Betrachter auf den ersten Blick als homogenes Gesamtkunstwerk erscheint, fordert bei jedem weiteren Blick eine differenziertere Haltung. Als Spiegel unserer Gesellschaft gedacht, hebt der Künstler den Beobachter auf eine Bühne, auf der dieser selbst beobachtet wird. Durch die Frage "wer beobachtet jetzt eigentlich wen?" konfrontiert Jordan den Beobachter bewusst mit einer Situation, die bei vielen Menschen Unsicherheiten auslösen würde. Während sich die meisten aus der gesicherten Position des Anonymen in der Masse keine weiteren Gedanken machen, so hinterfragen dieselben erst bei der Einnahme der Rolle des Beobachteten aktiv die ethische Rechtfertigung. Ob "Big Brother" oder auch nur eine peinliche Situation, wie sie jedem schon passiert ist - das Phänomen des schaulustigen Zaungastes ist uns allen bekannt. Diese anonyme Masse ist es, die das "1000 Teddies Project" als Installation und Gesamtkunstwerk definiert.
Dass es sich schlussendlich doch um eine Ansammlung von Individuen handelt, offenbart sich dem Beobachter mit jedem weiteren Blick. Acht unterschiedliche Formate, dutzende Farbkombinationen, vor allem aber - 1000 Individuen mit eigener Persönlichkeit werden für den Beobachter ersichtlich. Unbewusst geht man sogar soweit, dass man sich auf die Suche nach seinem "ganz persönlichen" Teddy macht; der Teddy, mit dem man sich am besten identifizieren kann. Diese Suche nach dem individuellen Charakter in einer doch sehr anonymen Masse schließt für den Beobachter den Kreis: indem er sich selbst als einen Teil des Gesamten wieder erkennt.
Durch die unschuldige Assoziation, die jeder von uns mit dem Anblick eines Teddies verbindet, findet der Beobachter unbewusst einen sehr raschen Zugang "in" das Gesamtwerk. Durch das Wiedererkennen im Detail hält uns jeder einzelne Teddy einen Spiegel vor, der uns im Gesamtwerk aufgehen lässt. Durch das Auftreten in der Masse allerdings konfrontiert uns das Gesamtkunstwerk mit der Tatsache, dass auch wir uns als Individuum nicht des anonymen Ganzen entheben können.