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Künstler


"Schöner gruseln mit reizenden Biestern "

Hamburger Abendblatt

Das Monströse und das Kind Von Monsterkindern und Kindermonstern handelt "Beauty of the Beast", der neue Zyklus des Künstlers Philipp Jordan, der mit seiner Wanderausstellung "1000 Teddies" große internationale Aufmerksamkeit erreichen konnte. Monströs schon damals die Ausmaße des gigantischen Erfolgs bei Publikum und Kritik: auf über 1000 Einzelbildern wurde die Welt des Betrachters durch großherzige Teddybärenaugen ins Wanken gebracht.

Ungeheuer sanft und gutmütig kommen nun sie daher, die Monster, mit denen sich Jordan heute beschäftigt und die sein bevorzugtes Sujet, die Kinderwelt, üppig bevölkern. Liebe Monster? In der Tat, alles, was dem Betrachter hier pelzig, schuppig, mit spitzen Zähnen, langen Zungen und Hörnern entgegenblickt hat so gar nichts von Grauen oder gar Gewalt, im Gegenteil. Diese Monster lassen sich ziehen, zerren, rütteln und reißen - geduldig im Dienst der Kinder, die hier die Macht zu haben scheinen. Jedem Kind sein Monster?

Jedem Monster sein Kind! Denn die wirklichen Ungetüme scheinen in "Beauty of the Beast" die lieben Kleinen zu sein, die übel mitspielen - und die Monster spielen mit, dass es eine Freude ist: da wird auf Zungen gerutscht, auf Nasen getanzt, von bezwungenen Rücken gewunken und geknuddelt, was das Zeug hält. Und manches Monster weiß so gar nicht, wie ihm gerade geschieht.

Philipp Jordans phantasievolle Botschaft ist wieder eine durchweg positive: die (Kinder-)Welt gehört Dir und Deinen Träumen. Angst zu haben lohnt sich nicht. Das Ungeheuer als Alp scheint bezwungen werden zu müssen, um als König auf seinem Monsterrücken reiten, ja vielleicht sogar auf einem Monstervogel als Pilot davon fliegen zu können. Eine wahrlich beflügelnde Botschaft, vielleicht sogar ein Wake-Up-Call, der auch in die Erwachsenenwelt weit hineinragen sollte.

Jordan ist mit "Beauty of the Beast" wieder ein Geniestreich gelungen. Eine weitere Facette, ein weiterer Blick auf die manchmal monströse Welt der Kinder, gemalt aus liebevoller Perspektive. Jordan, selbst zweifacher Vater, mag aus eigener Erfahrung wissen, was es heißt, das gutmütige Kindermonster zu sein. Dass er es für uns auf bezaubernde Weise auf die Leinwand gebracht hat, das ist sein ganz eigener Verdienst.


Tim Lucas



BEAUTY OF THE BEAST

  • Vernissage: Do 11.11.2010 Beginn um 19.00
  • Begrüßung: Mag. Daniel Zeska, Bast-Art

  • Die Ausstellung ist im Anschluß bis zum 11.Dezember zu sehen

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